Meerrettich
10.03.2020 11:03
von Genuss-im-Süden.de

Meerrettich – eine echt scharfe Wurzel

Meerrettich peppt mit seiner würzigen, leicht nach Schwefel schmeckenden Schärfe viele Gerichte auf. Das Gemüse trägt seinen Trivialnamen Greinwurzel aus gutem Grund, denn Greinen ist das alte Wort für Weinen und tatsächlich fließen beim Zerkleinern der scharfen Wurzel durch das freigesetzte Allylsenföl häufig Tränen. Dagegen gibt es allerdings einen einfachen Trick: Friert man die Wurzel vorher ein, bleiben die Augen beim späteren Zerkleinern trocken.

Die ursprüngliche Heimat von Meerrettich liegt in Ost- und Südosteuropa; in der Ukraine und im Osten Russlands wächst er bis heute wild. Der bei uns verkaufte Meerrettich kommt fast zu 100 Prozent aus deutschen Anbaugebieten. Die Haupterntezeit für Meerrettich sind die Herbst- und Wintermonate von Oktober bis Februar. Da Meerrettich sich bei richtiger Lagerung lange hält, läuft der Verkauf aber bis weit in den April. Zu erkennen ist reifer Meerrettich an den Blättern, die welk werden, wenn die Wurzeln ausgereift sind. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Schale unversehrt und sauber ist. Die Wurzel selbst darf gern etwas krumm sein, sollte aber maximal zwei "Köpfe" haben und sich nicht aufgabeln. Meerrettich lässt sich mindestens vier Wochen im Kühlschranks aufbewahren. Sobald die Wurzel angeschnitten ist, sollte sie allerdings innerhalb von zwei Wochen verbraucht werden.

Geriebener Meerrettich ist ein Klassiker als Gewürz für kalte Soßen speziell zu Fisch, aber auch zu Rindfleisch. Der berühmte Wiener Tafelspitz beispielsweise ist nur echt, wenn es dazu frisch geriebenen Kren (österreichisch für Meerrettich) gibt. Bevor man ihn schält, wäscht man den Meerrettich unter fließendem Wasser. Anschließend trockenschütteln und auf der Küchenreibe reiben beziehungsweise raspeln. Frisch geriebener Meerrettich sollte erst ganz am Schluss der Garzeit zum Gericht hinzugefügt werden, da längeres Köcheln die Aroma- und Scharfstoffe verfliegen lässt. Man kann mit der scharfen Wurzel aber auch wunderbar Salatdressings würzen. Wer Meerrettich mag, ihn aber doch ein bisschen zu scharf findet, der kann ihn auch mit aufgeschlagener Sahne, Crème fraîche oder Schmand mischen.

Meerrettich schmeckt nicht nur wunderbar, er enthält auch viele Stoffe, die gut für unsere Gesundheit sind. Die ätherischen Öle in Meerrettich regen die Durchblutung der Schleimhäute an, weshalb die Wurzel ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältung ist. Aber auch bei Harnwegsinfektionen oder Verdauungsproblemen kann Meerrettich Abhilfe schaffen. Der hohe Vitamin-C-Gehalt (114 Milligramm/100 Gramm) unterstützt die Abwehrkräfte und die schwefelhaltigen Substanzen wirken antibakteriell. Einige Inhaltsstoffe des Meerrettichs sollen sogar gegen Bluthochdruck helfen oder gar vorbeugend gegen Krebs wirken. Es ist also eine gute Idee, beim nächsten Einkauf Ausschau nach der vielseitigen Wurzel zu halten!

Nährwerte von Meerrettich (pro 100g):
Kalorien: 78, Eiweiß: 2,8 g, Fett: 0,3 g, Kohlenhydrate: 11,6 g, Ballaststoffe: 7,5 g

 

Frisch geriebener Meerrettich sollte erst ganz am Schluss der Garzeit zum Gericht hinzugefügt werden, da längeres Köcheln die Aroma- und Scharfstoffe verfliegen lässt.

Video: Genuss im Süden, Fotos: Wikipedia

 
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