Lebensmittelhandwerk
21.01.2019 16:16
von Genuss-im-Süden.de

Der Craft Food Boom geht auch 2019 weiter!

Seit Freitag findet in Berlin wieder die „Grüne Woche“ statt. Noch bis 27. Januar können sich die Besucher auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau über aktuelle Entwicklungen und Innovationen der Food-Branche informieren. Eines zeichnet sich schon jetzt ab: Craft Food, also handwerklich produzierte Lebensmittel, sind auch 2019 weiterhin im Kommen.

Aber warum ist das so? Warum greifen Verbraucher in Deutschland immer häufiger auf Craft Food zurück? Was genau verbinden die Deutschen mit dem Lebensmittelhandwerk? Der Hausgerätehersteller ritterwerk hat jetzt seine Studie „Geschmacksache 2019“ veröffentlicht, die Antworten von über 1.000 Bundesbürgern zum Thema ausgewertet hat. Wirklich überraschend sind die Ergebnisse nicht, sie bestätigen vielmehr, was sich bereits seit Längerem abzeichnet.

Auf den Punkt gebracht kann man sagen: Handwerklich produzierte Lebensmittel stehen für Geschichte und Vertrauen. Außerdem geben 7 von 10 Befragten an, Craft Food mit guter Qualität zu verbinden. Während biologisch und regional angebaute Lebensmittel beim Verbraucher mittlerweile schon zum Standard gehören, bietet das Thema Craft Food für Hersteller neue, ausbaufähige Möglichkeiten. „Verbraucher wollen immer mehr Transparenz über den Anbau und die Verarbeitung ihres Essens. Auch die Themen Wertschätzung, Identität und Vertrauen lassen Verbraucher immer öfter zu Craft Beer, Granola, Hinterhof-Gin und Co. greifen“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer von ritterwerk, zu den Ergebnissen der Studie „Geschmacksache 2019“.

Laut Studie kennt heute jeder fünfte Deutsche den Begriff Craft Food (19,8 Prozent) und mehr als einem Drittel der Deutschen ist eine handwerkliche Produktionsweise ihrer Lebensmittel wichtig (33,5 Prozent). Die Studie bestätigt demnach, was viele Erzeuger ohnehin bereits erkannt haben. In den Messehallen der “Grünen Woche“ setzen viele Fachhersteller darum schon jetzt ganz auf handwerklich produzierte Lebensmittel und kommen so dem wachsenden Qualitätsbewusstsein der Kunden entgegen.

„Dass jeder Dritte das Selbstgemachte der Industriebetriebe bevorzugt, hat viele Gründe bis hin zu kulturellen Überlegungen“, sagt Schüller. In Zeiten von Convenience Food kommt dem traditionellen „Do it yourself“ wieder neue Bedeutung zu. Es repräsentiert ein wiedergewonnenes Lebensgefühl, das von der schlichten Freude am Selbermachen herrührt. „Wer sich bewusst für den Bioschinken vom Jungbullen oder den Biokäse von der Landmolkerei entscheidet, möchte die Ware selbst weiterverarbeiten und nicht vorgefertigt der Plastikverpackung entnehmen“, erklärt Schüller.

Tradition trifft Innovation
Den Menschen geht es laut der Erhebung besonders aber darum, die Tradition des Lebensmittelhandwerks zu bewahren. Heute gibt es in Deutschland beispielsweise noch 12.000 Bäckereien – halb so viele wie noch vor 20 Jahren. Das bleibt auch dem aufmerksamen Verbraucher nicht verborgen. Jeder Zweite gibt mittlerweile handwerklich produzierten Lebensmitteln den Vorzug gegenüber Industrieware, wenn er den Hersteller kennt (50,2 Prozent). Doch nicht nur der Hersteller, auch die Produktidee spielt für die Deutschen eine wichtige Rolle. So geben 47,2 Prozent der Befragten an, dass sie Craft-Erzeugnisse kaufen, wenn sie von der Produktidee fasziniert sind. Der anhaltende Trend zu Craft-Bieren und selbst gebrannten Schnäpsen bestätigt dies.

Heimatgefühle und Wertschätzung
Ein weiterer wichtiger Grund für die Deutschen, Craft Food den Vorzug zu geben, ist das Gefühl der Heimatverbundenheit. Die Menschen möchten authentische Produkte, Produkte „mit Seele“ – und vor allem mit einer Geschichte. Sie möchten wissen, was sie essen und nicht zuletzt demjenigen vertrauen, der das Produkt hergestellt hat. Laut Studie entscheiden sich 40,0 Prozent für Handwerksbier und Co., wenn sie die Geschichte hinter dem Produkt kennen, jeder Vierte (25,6 Prozent), wenn er eine emotionale Bindung zum Produkt oder zum Unternehmen aufbauen kann. 16,5 Prozent kaufen bevorzugt Craft Food, um sparsamer mit dem Produkt umzugehen. Der Gedankengang ist nachvollziehbar: Wer den Ort der Herstellung und den Produzenten kennt, hat eine stärkere Bindung und Vorstellung von der Mühe und Arbeit, die Produktion und Verarbeitung gemacht haben.

Wir von »Genuss im Süden« begrüßen die aktuelle Entwicklung hin zu handwerklich produzierten, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Der „Back to the roots“-Gedanke der Verbraucher kann als positives Zeichen für die Zukunft des regionalen Lebensmittelhandwerks gesehen werden. Auch Hersteller in unserer Region Allgäu, Bodensee, Oberschwaben können die Chance ergreifen und in den nächsten Jahren vom Craft Food Boom profitieren!

 

Quellen: Pressetext und „Geschmacksache 2019 – Die Studie zu Craft Food, Bio- und regionalem Essen sowie Kaufverhalten in Deutschland“, durchgeführt vom Panelanbieter respondi, im Auftrag der ritterwerk GmbH. Bei der Studie wurden in einem bevölkerungsrepräsentativ quotierten Panel insgesamt 1.044 Konsumenten befragt, wobei die drei Städte München, Hamburg und Berlin mit je mehr als 100 Befragten regionale Schwerpunkte gebildet haben. www.respondi.com www.ritterwerk.de

Foto-Copyright: "Grüne Woche" Messe Berlin GmbH

 

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